Die Prüfung der Härte, also dem Widerstand gegen das Eindringen gegen einen Körper, von Keramik lässt sich aufgrund der speziellen Eigenschaften, wie Sprödigkeit oder hoher Härte nicht mit allen Messwerkzeugen und -methoden durchführen. Es verbleiben lediglich die gängigen Methoden nach Knoop oder Vickers. WZR ceramic solutions GmbH führt die Härtebestimmung nach Vickers durch.

Hierzu kommt der Härteprüfer 4 (Fa. Zwick; Abbildung 2) zum Einsatz, der mit variabler Auflast für den jeweiligen Werkstoff flexibel angepasst werden kann. Ein definiert geschliffener Diamant (gleichseitige Pyramide) wird mit vorgegebener Geschwindigkeit auf die Probe herabgelassen. Diese Diamantspitze drückt sich nun in das Material verschieden tief ein – abhängig von der Härte des Werkstoffes und Auflast auf dem Prüfgerät.

Abbildung 1: Härteeindruck auf Keramik unter dem Mikroskop. Längen der Diagonalen digital vermessen und eingeblendet.

Dabei gilt im Allgemeinen: Je größer der verbleibende Eindruck, desto weniger hart das Material. Die so erzeugten Eindrücke (Abbildung 1) werden im Anschluss mittels mikroskopischer Techniken hochgenau ausgemessen und ausgewertet. Dies alles geschieht nach den Normen DIN 843-3 oder DIN 6507-1. Diese Normen decken sowohl Keramik als auch Glas ab. Somit kann die Härte als ein Parameter für den Einsatz bestimmt werden, um z.B. die Verschließbeständigkeit oder die Güte einer Beschichtung zu charakterisieren. Die hierbei angegebene Einheit ist HV (Vickershärte, engl. VHN = Vickers Hardness Number). Die Angabe der Prüfkraft in Newton (N) ist heute üblich. Teils trifft man allerdings auch die veraltete Einheit Kilopond (kp) an. Diese kann über den Faktor 9,80665 in N umgerechnet werden.

Abbildung 2: Härteprüfer 4 (Fa. Zwick).